China ist auch kulinarisch ein Land der Vielfalt. Je nach Region unterscheiden sich Zutaten, Gewürze, Zubereitungsarten und Geschmack deutlich voneinander. Wer durch China reist, begegnet deshalb nicht der einen chinesischen Küche, sondern vielen regionalen Traditionen.
Diese vier Gerichte geben einen ersten Eindruck davon, wie abwechslungsreich eine kulinarische Reise durch China sein kann.
Peking-Ente (Běijīng Kǎoyā, 北京烤鸭)

Die Pekingente gehört zu den bekanntesten Gerichten Chinas und ist eng mit der Hauptstadt Beijing verbunden. Ihre Geschichte reicht mehrere Jahrhunderte zurück und führt bis in die kaiserliche Küche. Charakteristisch ist vor allem die besonders dünne und knusprige Haut. Dafür wird die Ente nach einer aufwendigen Vorbereitung im Ofen geröstet und anschließend in feine Scheiben geschnitten.
Serviert wird sie traditionell mit dünnen Teigfladen, Frühlingszwiebeln, Gurke und einer würzigen Sauce. Die einzelnen Zutaten werden gemeinsam in den Teigfladen eingerollt. Gerade die Kombination aus knuspriger Haut, zartem Fleisch, frischem Gemüse und Sauce macht das Gericht so besonders. Wer Beijing besucht, sollte eine traditionell zubereitete Pekingente deshalb mindestens einmal probieren.
Mapo-Tofu (Mápó Dòufu, 麻婆豆腐)

Mapo Tofu stammt aus der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas und ist ein hervorragendes Beispiel für die charakteristischen Aromen der regionalen Küche. Weicher Tofu trifft dabei auf Chili, fermentierte Bohnenpaste und Sichuan Pfeffer. Traditionell wird das Gericht häufig zusätzlich mit Hackfleisch zubereitet.
Besonders typisch ist das Geschmackskonzept málà (麻辣). Dabei verbindet sich die Schärfe der Chilischoten mit dem leicht prickelnden und betäubenden Gefühl, das Sichuan Pfeffer auf der Zunge erzeugt. Wer die Küche Sichuans kennenlernen möchte, bekommt mit Mapo Tofu einen sehr guten Eindruck davon, wie intensiv und vielschichtig chinesische Gerichte schmecken können.
Xiaolongbao (Xiǎolóngbāo, 小笼包)

Xiaolongbao sind kleine gedämpfte Teigtaschen, die besonders mit Shanghai und der Region Jiangnan verbunden werden. Auf den ersten Blick wirken sie wie gewöhnliche Dumplings. Ihre Besonderheit verbirgt sich jedoch im Inneren: Neben der Fleischfüllung enthalten traditionelle Xiaolongbao eine aromatische Brühe.
Bei der Zubereitung wird dafür gelierte Brühe in die Füllung gegeben. Während des Dämpfens wird sie wieder flüssig und sammelt sich im Inneren der Teigtasche. Deshalb sollten Xiaolongbao vorsichtig gegessen werden, denn die Brühe kann sehr heiß sein. Häufig setzt man die Teigtasche zunächst auf einen Löffel, öffnet sie leicht und lässt die Brühe etwas abkühlen. Besonders in Shanghai gehören Xiaolongbao zu den Spezialitäten, die man bei einer Reise unbedingt einmal frisch aus dem Bambusdämpfer probieren sollte.
Kung-Pao-Hähnchen (Gōngbǎo Jīdīng, 宫保鸡丁)

Kung-Pao-Hähnchen kennen viele Reisende bereits aus chinesischen Restaurants in Deutschland. Gerade deshalb lohnt es sich, das Gericht während einer China-Reise einmal in seiner ursprünglichen regionalen Tradition zu probieren. Gōngbǎo Jīdīng stammt aus der Küche Sichuans und wird traditionell mit klein geschnittenem Hähnchenfleisch, Erdnüssen, getrockneten Chilischoten und einer aromatischen Sauce zubereitet.
Typisch ist das Zusammenspiel verschiedener Geschmacksrichtungen. Leichte Süße und Säure treffen auf Chili-Schärfe und die Röstaromen der Erdnüsse. Je nach Restaurant kann das Gericht deutlich würziger ausfallen als viele Varianten, die man aus Deutschland kennt. Wer ein scheinbar vertrautes chinesisches Gericht einmal ganz neu erleben möchte, sollte Kung-Pao-Hähnchen deshalb direkt in China probieren.

